Dank effizienter Vakuumröhrenkollektoren lassen sich auch Dächer ohne die perfekte Südausrichtung für Solarthermie nutzen. Foto: djd/Paradigma
Der Wechsel hin zu umweltfreundlichen Pelletsheizungen lohnt sich besonders bei alten Ölkesseln
Für ihre Energieversorgung müssen die Bundesbürger immer tiefer in die Tasche greifen: Von 2001 bis 2011 hat sich der Heizölpreis mehr als verdoppelt, die Kosten für Gas sind über 55 Prozent gestiegen. Kein Wunder, dass immer mehr Verbraucher auf erneuerbare Energien umsteigen. Denn die Preise für Holzpellets sind in den vergangenen zehn Jahren weitgehend stabil geblieben – die Kraft der Sonne steht sogar kostenfrei zur Verfügung.
Echter Preisvorteil
Durch die schwankende Förderpolitik der Bundesregierung fragen sich viele, ob sich der nachträgliche Einbau von Pelletskessel oder Solarthermieanlage überhaupt lohnt. Die Antwort kennt Jürgen Hoffmann, Marketingleiter bei Paradigma, einem führenden Systemanbieter regenerativer Heiztechnik: “Angesichts der Ölkrise und der aktuellen Unruhen in der arabischen Welt wird deutlich, welchen äußeren Faktoren die Preise für fossile Energieträger unterworfen sind. Ein Wechsel zu erneuerbaren Energien macht Hausherren unabhängig von diesen Einflüssen und rechnet sich auch finanziell.” Zudem habe das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 2011 seine Fördersätze für thermische Solaranlagen erhöht.
Nützliche Tipps
Für die Heizungsmodernisierung hat der Experte wichtige Tipps: “Pelletsheizungen benötigen einen Lagerraum. Für Betreiber alter Ölkessel kein Problem – dort, wo vorher der Öltank stand, können dann die Pellets gelagert werden.” Die Auswahl der Pelletsheizung richtet sich nach dem Wärmebedarf. Meist ist eine Leistung von zehn bis 20 Kilowatt ausreichend.
Will man die solare Ertragsleistung des Dachs ermitteln, rät Jürgen Hoffmann zu einem Potenzialcheck durch Energieberater oder Handwerksbetriebe: “Selbst wenn das Dach nicht die perfekte Südausrichtung hat – eine kleine Abweichung hat bei effizienten Röhrenkollektoren kaum Ertragseinbußen zur Folge.” Als ideales ökologisches Team nennt er Solarwärme und Pellets: In der Kombination ist der Pelletskessel nur während der Heizsaison in Betrieb, im Sommer erzeugt die Solaranlage genug Energie zur Warmwasserbereitung. Das spart Energie und verlängert die Lebensdauer des Kessels.
Richtige Wahl beim Kollektor
Dient die Solaranlage nur der Warmwasserbereitung, kann ein Flachkollektor ausreichen. Soll zusätzlich die Heizung unterstützt werden, sind dessen hohe Wärmeverluste ein Nachteil. Hier eignen sich die deutlich effizienteren Röhrenkollektoren, deren isolierendes Vakuum die Wärme wie eine Thermoskanne speichert, ohne sie nach außen abzugeben. Mit dem “AquaSystem” von Paradigma beispielsweise lassen sich fast alle Heizungsanlagen solar erweitern. Statt des üblichen Glykolgemischs fließt reines Wasser durch die Kollektoren, die sich somit einfach an die bestehende Heizung anschließen lassen.