MODERN BAUEN. Zeitschrift für Bauherren
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Ökologisch bauen

Ökologisch bauen und wohnen

Wohnen im Altbau und moderne Energieeffizienz müssen sich nicht ausschließen

Wer energiesparend baut, kann es wohlig warm haben - und muss trotzdem nicht mit horrenden Heizkosten rechnen. Foto: djd/Massiv-Mein-Haus e.V.

(djd/pt). Moderne, nach den aktuellen ökologischen Standards erstellte Eigenheime überzeugen vor allem durch ihre energiesparende Bauweise. Der Einsatz erneuerbarer Energien, die beispielsweise über eine hauseigene Photovoltaikanlage auf dem Dach gewonnen werden, sowie eine verbesserte Wärmedämmung bergen erhebliches Sparpotenzial. Umweltschutz ist beim Hausbau aber auch aus einem anderen Grund wirtschaftlich sinnvoll: Ökologisches Bauen wird vielfach staatlich gefördert. Selbst wer in einer Mietwohnung oder in einem gemieteten Einfamilienhaus lebt, kann viel dazu beitragen, umweltbewusster zu leben. Denn Energie lässt sich an vielen Stellen einsparen, angefangen beim Stromverbrauch von Haushalts- und Elektrogeräten bis hin zu Wassersparaufsätzen für Dusche und Wasserhähne, die den Wasserverbrauch verringern. Ökologisches Wohnen bedeutet somit auch, gerade bei den kleinen Dingen im Alltag Umweltbewusstsein zu zeigen. Dabei kann es beispielsweise auch um die Frage gehen, woher man seinen Strom bezieht.

Zahl der Ökostrom-Kunden deutlich gestiegen

Die Bundesbürger haben ihre persönliche Energiewende schon in Angriff genommen, bevor die Politik die Abkehr vom Atomstrom offiziell beschlossen hatte. So ist nach Berechnungen der Zeitschrift “Energie & Management” die Zahl der Ökostrom-Kunden in Deutschland allein im Jahr 2010 von 2,3 auf 3,2 Millionen Haushalte gestiegen. Allerdings gibt es in der Öffentlichkeit nach dem beschlossenen Umstieg auf eine nachhaltige und umweltverträgliche Energieversorgung Befürchtungen, dass sich der Strompreis erheblich verteuern wird. Mit einer seriösen Betrachtung und Bewertung von Kosten und Nutzen der Energiewende hätten solche Berechnungen nichts zu tun, betont der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE). Tatsächlich müssten der hohe ökonomische Nutzen der erneuerbaren Energien sowie die wahren Kosten der fossilen Energieträger und der Atomenergie gegengerechnet werden.

Gero Lücking ist Vorstand Energiewirtschaft der LichtBlick AG, des größten unabhängigen Energieversorgers Deutschlands und Marktführers für Ökostrom und Ökogas. Er weist darauf hin, dass Atomstrom sehr viel teurer sei als häufig angenommen: “Würden bei der Atomenergie alle Kosten auf den Strompreis umgelegt, wie das bei den erneuerbaren Energien der Fall ist, so ergäbe sich ein ganz anderes Bild.” Konkret nennt Lücking die hohen Subventionen für die Atomenergie, die Versicherungsprämien, mit denen das gesamte Risiko abgedeckt werden müsste, und die horrenden Entsorgungskosten über viele Tausend Jahre.

Tipps zum Neubau eines Energiesparhauses

Wer heute schon im Hinblick auf die neue EnEV 2012 baut und modernisiert, spart Heizkosten und schont das Klima. Foto: djd/Paul Bauder

Wer heute neu baut, kommt an einer energiesparenden Bauweise nicht mehr vorbei. Einen Überblick über alle entsprechenden Möglichkeiten gibt beispielsweise die neue kostenlose Broschüre “Massiv bauen – Energie sparen” (erhältlich unter www.massiv-mein-haus.de oder unter Telefon 0385-20794013). In dem informativen Ratgeber für Bauherren werden nicht nur die geltenden gesetzlichen Mindestanforderungen beschrieben. Zugleich enthält das Heft viele Tipps dazu, wie sich die Anforderungen an KfW-Effizienz- und Passivhäuser erfüllen lassen. “Angesichts weiter steigender Energiepreise ist es sinnvoll, nicht nur das Mindestmaß, sondern ein deutlich besseres Dämmniveau anzustreben”, sagt Reiner Pohl vom “Infozentrum Massiv Mein Haus”. Seine Empfehlung für mehr Wirtschaftlichkeit in den eigenen vier Wänden lautet daher: “Der Bauherr sollte darauf achten, dass Voraussetzungen wie die Wärmedämmung aller Bauteile, eine luftdichte Gebäudehülle, eine optimierte Wärmeerzeugung und eine Ausnutzung der Sonneneinstrahlung über die Fenster erfüllt werden.”

Gut gedämmt ist halb gewonnen

Die Einzelheiten der neuen Energieeinsparverordnung (EnEV) 2012 stehen noch nicht fest. Zu erwarten ist jedoch eine spürbare Verschärfung der gesetzlichen Mindestanforderungen an den Energieverbrauch neuer oder umfassend modernisierter Wohnhäuser. Wer Förderungen für energiesparendes Bauen und Modernisieren nutzen will, muss spätestens mit dem Inkrafttreten der neuen EnEV eine deutlich bessere Energiebilanz für sein Haus nachweisen als bisher.

Wichtigster Faktor auf dem Weg zu einem Energiesparhaus ist es, die Wärmeverluste so gering wie möglich zu halten. Vor allem das Dach, durch das die aufsteigende Wärme nach oben entweichen kann, spielt dabei eine wichtige Rolle. Besonders gut geeignet sind Hochleistungsdämmstoffe, etwa aus Polyurethan-Schaum. Sie haben einen besonders niedrigen Wärmedurchgangswert. Die Seite www.bauder.de gibt beispielsweise Informationen zu den Möglichkeiten moderner Dämmung.

Die Kraft der Sonne richtig nutzen

Die Sonnenenergie nutzen, um die Haushaltskasse und die Umwelt zu entlasten: Diesen Weg gehen immer mehr Eigenheimbesitzer. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Solarthermieanlagen nutzen die Wärme direkt zur Warmwasserbereitung oder zur Unterstützung der Heizung. Photovoltaikanlagen wandeln die Sonnenstrahlen in elektrische Energie um, die der Hauseigentümer selbst nutzen oder ins öffentliche Stromnetz einspeisen kann. Sowohl für die Eigennutzung als auch die Einspeisung gibt es staatliche Zuschüsse, vorausgesetzt, die Solaranlage erfüllt die gesetzlichen Anforderungen. Damit Solaranlagen Wind und Wetter standhalten, ist eine zuverlässige Befestigung von großer Bedeutung. Bewährt haben sich Komplettsysteme, wie sie beispielsweise von Braas angeboten werden. Hier passen alle Komponenten zusammen: von den Dachpfannen über die Dämmung und Systemteile bis zu speziell auf die Dacheindeckung abgestimmten Anschlussprodukten. Die Modulstützen sind im Windkanal getestet und TÜV-zertifiziert.

Sparpotenziale im Altbau

Wohnen im Altbau und moderne Energieeffizienz müssen sich nicht ausschließen. Wohnen im Altbau und moderne Energieeffizienz müssen sich nicht ausschließen. Foto: djd/Deutsche Energie-Agentur

Ältere und noch nicht modernisierte Wohnhäuser verbrauchen in der Regel deutlich mehr Energie als Neubauten, die den Vorschriften der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen. Viele Hausbesitzer denken deshalb über Verbesserungsmöglichkeiten wie den Austausch einer alten Heizungsanlage, eine bessere Dachdämmung oder den Einbau neuer Fenster nach. Bevor man mit einzelnen Modernisierungsmaßnahmen beginnt, lohnt es sich, ein Gesamtkonzept für die energetische Sanierung zu entwickeln. Ein neuer Heizkessel bringt mehr Entlastung, wenn die Wärme nicht weiterhin durch ein ungedämmtes Dach entweicht, und neue Isolierglasfenster machen vor allem dann Sinn, wenn auch Dach und Wände “dicht halten”. Ideal ist ein Altbau, der nach der Modernisierung dem Standard eines EnEV-gerechten Neubaus oder besser entspricht. Bei diesem Standard können Fördergelder der KfW für die Investition genutzt werden. Zudem bekommt das Haus auf Antrag das “Gütesiegel Effizienzhaus” der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) – als sichtbares Zeichen für seine gute Energieeffizienz und die Wertsteigerung, die die Immobilie durch die Modernisierung erfahren hat. Unter www.zukunft-haus.info gibt es Informationen zum Gütesiegel, zu den Fördermöglichkeiten für ein energieeffizientes Modernisieren und ein Verzeichnis qualifizierter Energieberater.

Unsichtbare Altlasten

Formaldehydbelastete Holzwerkstoffe, Biozide in alten Holzschutzanstrichen, krebserregende Parkettkleber: Das sind nur ein paar Beispiele für die Schadstoffe, die sich in älteren Häusern verstecken können. Auch Schimmelpilze in feuchten Bauteilen sind gesundheitlich bedenklich. Beim Erwerb einer gebrauchten Immobilie empfiehlt es sich daher, einen Blick “hinter die Kulissen” zu werfen – am besten mit der Hilfe eines unabhängigen Sachverständigen. Der Bauherren-Schutzbund e. V. (BSB) empfiehlt beim Immobilienkauf aus zweiter Hand deshalb dringend einen Schadstoffcheck. Er verschafft dem Hausbesitzer in spe einen Überblick, ob sich in einer Immobilie Schadstoffe verbergen und mit welchem Sanierungsaufwand er gegebenenfalls rechnen muss, um sie unschädlich zu machen. Die Schadstoffuntersuchung sollte man bereits vor Unterzeichnung des Kaufvertrags durchführen lassen. Die vergleichsweise geringe Investition rechnet sich, da die Sanierung eines stark schadstoffbelasteten Gebäudes sehr teuer werden kann und in manchen Fällen gar nicht möglich ist. Unter www.bsb-ev.de gibt es mehr Informationen dazu, ein kostenloses Ratgeberblatt und Adressen von Sachverständigen.

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