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Bauen und Modernisieren

Bauen und Modernisieren

Der Tag der Energiesparrekorde zeigt die aktuellen Möglichkeiten für energieeffizientes Bauen und Modernisieren. Foto: djd/Deutsche Energie-Agentur

Tag der Energiesparrekorde 2010: In ganz Deutschland öffnen die Besitzer energieeffizienter Gebäude ihre Türen für Besucher.

(djd/pt). Wie bereits im Vorjahr lädt der “Tag der Energiespar-Rekorde” der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) auch 2010 wieder zur Besichtigung besonders energieeffizienter Wohnhäuser ein.

Am Samstag, 25., und Sonntag, 26. September 2010, öffnen in ganz Deutschland energieeffiziente Ein- und Mehrfamilienhäuser und andere interessante Objekte wie Schulen ihre Pforten. Vor Ort können die Besucher sich mit den Besitzern, Architekten, Planern und Energieberatern austauschen und mehr über energiesparendes Bauen und Modernisieren erfahren. Die Gebäude, die zur Besichtigung offen stehen, erreichen einen Energiestandard, der die aktuellen gesetzlichen Vorgaben übertrifft und haben damit Beispielcharakter für zeitgemäßes Bauen und Modernisieren. Auf der Internetseite www.zukunft-haus.info/energiesparrekorde werden alle teilnehmenden Häuser mit Fotos und kurzen Beschreibungen vorgestellt. Wer ein Effizienzhaus besichtigen möchte, kann sich alle Objekte in der Nähe anzeigen lassen oder speziell nach Häusern mit Solaranlagen, Wärmepumpen oder Holzheizungen suchen. Wer neu bauen, ein Haus kaufen oder modernisieren will, kann sich aus erster Hand über die entsprechenden Möglichkeiten und die Erfahrungen anderer informieren.

Hausbesitzer, die ihr energieeffizientes Haus der Öffentlichkeit vorstellen möchten, können sich zur Teilnahme am “Tag der Energiespar-Rekorde” noch bis zum 29. August anmelden. Modernisierte Bestandsbauten müssen den auch aus der KfW-Förderung bekannten Energiestandard “Effizienzhaus 100″ oder besser erreichen. Für Neubauten gilt als Teilnahmevoraussetzung der Standard “Effizienzhaus 70″ oder besser. Auf www.zukunft-haus.info/energiesparrekorde gibt es Informationen und das Anmeldeformular.

Moderne Isoliergläser sparen Energie

Moderne Isoliergläser sparen Energie

Moderne Isoliergläser helfen sparen und verbessern den Wohnkomfort. Foto: djd/Saint Gobain Glass

Fenstersanierung so wichtig wie Mauerdämmung

(bbs). Beim Stichwort energetische Sanierung denken viele zunächst an die Dämmung der Außenmauern oder eine neue Heizungsanlage. Doch auch veraltete Fenster oder Einfachverglasungen sind Schwachstellen, durch die teure Heizenergie entweichen kann. Abhängig von Größe und Alter der Fenster lassen sich durch den Einbau moderner Isoliergläser erhebliche Einsparungen erzielen. Mit dem Austausch von 20 Quadratmetern Einfachglas gegen Zweifach-Isolierglas mit Wärmeschutzbeschichtung wie etwa Climaplus Ultra N lassen sich pro Jahr schon mehr als 1.000 Liter Heizöl und knapp 3.000 Kilogramm CO2 einsparen. Damit fallen nicht nur weniger Kosten an, es gibt auch einen Zugewinn an Wohnkomfort. So gehört beispielsweise unangenehme Zugluft in der Nähe der Fenster der Vergangenheit an. Eine Sanierung der eigenen vier Wände ist zudem eine Investition in die Zukunft. Bei einer Weitervermietung oder einem Verkauf des Hauses sorgt der im Energieausweis dokumentierte sparsame Verbrauch für eine Wertsteigerung der Immobilie.

Die Dämmwerte bei der Sanierung von Fenstern sind in der Energieeinsparverordnung (EnEV) geregelt. Für neu eingebaute Fenster beträgt der vorgegebene Ug-Wert 1,3 – für eine neue Verglasung im alten Rahmen 1,1. Diese Werte lassen sich etwa mit Climaplus Ultra N erreichen. Eine noch bessere Wärmedämmung lässt sich mit Dreifach-Isolierverglasungen erzielen.

Haus bauen, aber sicher!

Haus bauen, aber sicher!

Den Traum vom eigenen Haus träumen viele Menschen. Foto: djd/Trivselhus

Der Begriff Schlüsselfertig bauen ist kein rechtlich geschützter Begriff!

Wer „schlüsselfertig“ baut, muss nicht unbedingt Kompromisse beim Bauen machen.  Foto: djd/Fingerhaus

Wer „schlüsselfertig“ baut, muss nicht unbedingt Kompromisse beim Bauen machen. Foto: djd/Fingerhaus

(dtd). Der Traum vom eigenen Haus hat vor dem Hintergrund der Finanz- und Wirtschaftskrise an Attraktivität gewonnen. Denn eine eigene Immobilie bietet nicht nur Lebensqualität, sondern wird von vielen angesichts der Unsicherheit anderer Geldanlagen als Investition mit solidem Werterhalt betrachtet. Die meisten Bauherren möchten den Weg zum Eigenheim möglichst stressfrei hinter sich bringen und spielen daher mit dem Gedanken, einen Vertrag für ein schlüsselfertiges Haus abzuschließen. Ein Generalüber- oder Unternehmer, ein Fertighausanbieter oder auch ein Bauträger kümmert sich um alles und übergibt ein bezugsfertiges Heim, das in sehr kurzer Zeit steht – soweit die Vorstellung vieler Bauherren. In der Praxis aber ist Vorsicht angezeigt.

Genau hinschauen: Was sich hinter “schlüsselfertigen“ Angeboten verbirgt

Der Begriff „schlüsselfertig“ ist rechtlich nicht geschützt. Das heißt, der Bauherr hat nur einen Anspruch auf das, was im Bauvertrag sowie in der Bau- und Leistungsbeschreibung detailliert festgelegt ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, dem raten unabhängige Verbraucherverbände wie die Verbraucherzentralen oder der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) zu unabhängiger Beratung. Die Investition in einen Vertrauensanwalt und einen Bauherrenberater lohnt sich, wenn Fallstricke im Vertrag frühzeitig erkannt werden und das Haus ohne Baumängel und vertragsgetreu übergeben wird – in der Praxis sind Mängel und Abweichungen leider keine Ausnahme und von einem Laien oft nur schwer zu erkennen.

Anbieter genau unter die Lupe nehmen

Die Entscheidung für einen Anbieter sollte man nicht zuletzt vom gesunden Menschenverstand abhängig machen. Vorschnelle Entscheidungen etwa bei Sonderangeboten auf Messen können teuer zu stehen kommen – einmal unterschrieben, gibt es bei Bauverträgen kein Rücktrittsrecht. Sinnvoll ist es, umfassende Informationen über verschiedene Anbieter einzuholen und zu vergleichen. Wie lange ist das Unternehmen schon am Markt? Wie groß ist es? Bietet es die Möglichkeit, Musterhäuser zu besichtigen und die Meinung der Besitzer einzuholen?

Fertighäuser lassen sich an individuelle Wünsche anpassen und bieten hohen Wohnkomfort.  Foto: djd/Trivselhus

Fertighäuser lassen sich an individuelle Wünsche anpassen und bieten hohen Wohnkomfort. Foto: djd/Trivselhus



Referenzhäuser geben Orientierung

Beim Besuch verschiedener Musterhäuser und dem Erfahrungsaustausch mit Besitzern kann man sich auch mehr Klarheit über die eigenen Vorstellungen verschaffen. Manch einer traut nur einem massiv gebauten Haus. Andere bevorzugen den Charme des Holzbaus, bei dem Anbieter wie Trisvelhus oder Eksjöhus auf die lange Tradition des schwedischen Holzhausbaus zurückgreifen können. Fertighäuser haben durch ihren hohen Vorfertigungsgrad nach Fertigstellung des Kellers oder einer Bodenplatte nur mehr eine kurze Bauzeit. Hersteller wie Fingerhaus, BienZenker, oder die Nobelmarke Davinci Haus bieten heute modulare Konzepte, die einen hohen Grad an Individualität erlauben. Allerdings gilt auch hier in der Regel: je mehr Sonderwünsche, desto höher der Preis.

Energieeffizienz nicht vernachlässigen

Lohnend ist es auch, die Energiebilanz verschiedener Haustypen zu vergleichen. Das spart langfristig Heizkosten, kann aber auch Geld vom Staat bringen. Häuser, die den Standard eines Effizienzhauses KfW 70 oder Passivhauses erreichen, werden etwa über das KfW-Programm 153 besonders gefördert. Hilfe bei der Finanzierung über einen zinsgünstigen Kredit bietet auch das KfW-Wohneigentumsprogramm (Programm 124)

Schlüsselfertig bauen – die typischen Anbieter

Bei der Auswahl eines Hausanbieters ist es sinnvoll, Erfahrung, Größe und Referenzen zu berücksichtigen.  	Bei der Auswahl eines Hausanbieters ist es sinnvoll, Erfahrung, Größe und Referenzen zu berücksichtigen.  Foto: djd/Fingerhaus

Bei der Auswahl eines Hausanbieters ist es sinnvoll, Erfahrung, Größe und Referenzen zu berücksichtigen. Bei der Auswahl eines Hausanbieters ist es sinnvoll, Erfahrung, Größe und Referenzen zu berücksichtigen. Foto: djd/Fingerhaus

(dtd). Ein Generalunternehmer bietet alle Leistungen zum Bau eines Hauses aus einer Hand an. In der Praxis errichtet er aber häufig nur den Rohbau und vergibt weitere Gewerke wie Tiefbau, Putz, Fußboden, Dach, Bad und Installation an Nachunternehmer.

Ein Generalübernehmer baut nicht selbst, sondern koordiniert alle Gewerke für den Hausbau. Er vergibt alle Arbeiten an Nachunternehmer.

Wer über einen Bauträger baut, besitzt zunächst kein eigenes Grundstück, sondern wird erst nach Fertigstellung Eigentümer von Haus und Grundstück. Vorsicht ist hier angebracht, da der künftige Hausbesitzer meist schon früher Zahlungen zu leisten hat, auf den Bau aber keinen Einfluss nehmen kann, wenn dies nicht ausdrücklich im Vertrag festgelegt ist.

Service-Links für Bauherren

www.bsb-ev.de: Das Internetportal der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. wurde von führenden Fachzeitschriften unter die „Top Ten“ der Webseiten mit baurechtlichen Verbraucherinformationen gewählt. Es liefert umfassende Infos rund um Baurecht und Bautechnik und Kontakte zu Vertrauensanwälten und Bauherrenberatern.

www.massiv-mein-haus.de: Die Website der Interessensgemeinschaft Massiv Mein Haus liefert umfassende Infos rund um Massivbau und Checklisten zur Auswahl des richtigen Bauunternehmens.

www.fertighauswelt.de: Die Website des Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. verschafft einen guten Überblick über die aktuellen Fertighaustrends, über die wichtigsten Anbieter und Musterhausausstellungen in ganz Deutschland.

www.baufoerderer.de: Die Website wird vom Bundesverband Verbraucherzentralen betrieben. Hier finden Bauherren einen Förderrechner für Förderprogramme des Bundes und der Länder sowie Hinweise, wie sich Fallstricke auf dem Weg zum Eigenheim umgehen lassen.

www.baubegriffe.com: Alle, die es genauer wissen wollen, finden hier Erklärungen für Baubegriffe, übersichtlich geordnet von A bis Z.

www.kfw.de: Auf der Website der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sind unter anderem die Fördermöglichkeiten für Neubau und genaue Konditionen bis hin zu Antragsformularen zu finden.

Fehlstart beim Hausbau vermeiden

Fehlstart beim Hausbau vermeiden

Wenn der erste Spatenstich getan ist und das Haus wächst, sind wichtige Hürden auf dem Weg zum Eigenheim bereits geschafft. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

Bereits vor dem ersten Spatenstich gibt es für Bauherren einiges zu beachten

Bereits vor Baubeginn gibt es einiges zu beachten, damit während der Bauphase keine unvorhergesehenen Probleme auftauchen.  Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

Bereits vor Baubeginn gibt es einiges zu beachten, damit während der Bauphase keine unvorhergesehenen Probleme auftauchen. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

(djd/pt). Nicht nur während der Bauphase, sondern bereits vor dem ersten Spatenstich droht künftigen Bauherren Ungemach, wenn sie sich nicht gründlich informieren. Worauf bereits beim Zustand des Grundstücks, seiner Erschließung, bei Baugenehmigung und Versicherungen zu achten ist, zeigt das Ratgeberblatt “Fehlstart beim Hausbau vermeiden” der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V, das unter www.bsb-ev.de kostenlos heruntergeladen werden kann.

Grund und Boden untersuchen und vermessen

So zeigt ein Bodengutachten auf, ob wegen der Bodenbeschaffenheit und den Wasserverhältnissen erhöhte Baukosten einzukalkulieren sind. Ohne Gutachten gibt es keine verlässliche Planungsbasis für Standsicherheit und Feuchteschutz des Hauses. Ist das Grundstück noch nicht vermessen, ist eine Liegenschaftsvermessung anzufertigen. Ein amtlicher Lageplan mit Höhenangaben, Entwässerungsplanung und Verlauf der Medienleitungen ist als Unterlage für den Bauantrag unerlässlich.

Gemeinsam mit einem Fachmann sollten die Bedingungen für die Bebauung des Grunds geprüft werden, denn unvollständige Unterlagen verzögern die Baugenehmigung.
Der Grundstückserschließung sollte man ebenfalls rechtzeitig seine Aufmerksamkeit widmen. Wenn etwa die Kosten für die Versorgungsanlagen unklar sind, steht die Schätzung der Gesamtbaukosten auf schwachen Füßen. Auch in nächster Zeit geplante öffentliche Erschließungsmaßnahmen können Kosten nach sich ziehen – es lohnt sich, bei den zuständigen Ämtern nachzufragen.

Versicherungen rechtzeitig vergleichen

Bereits während der Angebotsprüfung und der Vertragsverhandlungen empfiehlt sich eine Grundstücksbegehung mit dem potenziellen Vertragspartner. Dabei darf ein Baustellenprotokoll nicht fehlen, damit gesichert ist, dass eine vertragsgemäße Bauleistung zum angebotenen Vertragspreis eingehalten wird. Bauleistungs-, Bauherrenhaftpflicht-, Feuerrohbau- und Bauhelferversicherungen liegen ebenfalls im Verantwortungsbereich des Bauherren und müssen vor Baubeginn abgeschlossen sein. Es lohnt sich, rechtzeitig Vergleichsangebote einzuholen.

Die Hilfe eines unabhängigen Bauherrenberaters vermeidet Schwierigkeiten bereits im Vorfeld eines Bauprojekts.  Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

Die Hilfe eines unabhängigen Bauherrenberaters vermeidet Schwierigkeiten bereits im Vorfeld eines Bauprojekts. Foto: djd/Bauherren-Schutzbund

Checkliste Baugrundstück

  • Ist die Zufahrt breit genug?
  • Ist eine Baustraße anzulegen?
  • Reicht der Lagerplatz für Baumaterial?
  • Ist das Grundstück mit Baugerät befahrbar?
  • Reicht der Wendekreis für Baufahrzeuge?
  • Gibt es Anschlüsse für Baustrom und -wasser?
  • Sind Bäume zu fällen oder Oberleitungen zu entfernen?
  • Sind Abriss- oder Entsorgungsarbeiten nötig?
  • Enthält das Bodengutachten Auflagen?
  • Ist das Grundstück vollständig erschlossen und wo sind die Anschlusspunkte?
  • Welche Fragen sind mit Grundstücksnachbarn zu klären?
  • Sind Genehmigungen für Straßensperren nötig?

Das Bio-Solar-Haus

Das Bio-Solar-Haus

Jedes Haus wird individuell nach Bauherren-Wunsch geplant. Im Sonnenpark in St. Alban (Rheinland-Pfalz) können Interessenten zur Probe Wohnen. Foto: djd/Bio-Solar-Haus

Clever heizen ohne Hightech: Das Bio-Solar-Haus

Der patentierte Wandaufbau der Bio-Solar-Häuser sorgt für einen natürlichen Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleich ganz ohne kostpielige technische Anlagen.  Foto: djd/Bio-Solar-Haus

Der patentierte Wandaufbau der Bio-Solar-Häuser sorgt für einen natürlichen Temperatur- und Feuchtigkeitsausgleich ganz ohne kostpielige technische Anlagen. Foto: djd/Bio-Solar-Haus

(djd/pt). Was lässt Erdbeeren noch im Dezember reifen und Tulpen schon im Januar blühen? Gewächshäuser aus Glas sind Licht- und Wärmedurchlässig, aber halten Regen, Schnee und Frost draußen. Dieses einfache Prinzip macht sich auch das Bio-Solar-Haus zunutze.

Das Bio-Solar-Haus wurde im Mai 2010 für seine Innovation als "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet, dem Wettbewerb der Standortinitiative der Bundesrepublik.  Foto: djd/Bio-Solar-Haus

Das Bio-Solar-Haus wurde im Mai 2010 für seine Innovation als "Ort im Land der Ideen" ausgezeichnet, dem Wettbewerb der Standortinitiative der Bundesrepublik. Foto: djd/Bio-Solar-Haus


Natürliches Raumklima ohne Lüftungstechnik

Mehr als die Hälfte seines Wärmebedarfs gewinnt das Haus aus der Sonneneinstrahlung. Den Rest besorgt ein Kaminofen, der mit günstigem Stückholz befeuert wird. Das macht unabhängig von fossilen Energieträgern und ist ökologisch und wirtschaftlich zugleich. Denn auch Lüftungsanlagen und komplizierte Gebäudetechnik sind weitgehend überflüssig. So spart der Bauherr doppelt: zuerst bei der Anschaffung und dann ein Hausleben lang beim Energiebedarf.

Im Winter warm, im Sommer kühl

Auf den ersten Blick sehen manche Bio-Solar-Häuser tatsächlich aus wie Gewächshäuser. Doch ihr Entwickler Klaus Becher aus St. Alban in Rheinland-Pfalz plant für jeden Bauherrn individuell. Entscheidend ist das Bauprinzip: unter der teilweise verglasten Wetterschutzhülle steckt ein effizient wärmegedämmtes Innenhaus. Im Sommer sorgen die patentierte Doppelwand und Luftklappen im Giebel für für angenehm mildes Raumklima. Alle von den Bewohnern produzierten Dämpfe und Gerüche können selbsttätig durch die diffusionsoffene Innenwand entweichen, ohne dabei zu zerstšrerischem Tauwasser zu kondensieren. Konventionelle PassivhŠuser sind dagegen weitgehend luftdicht und müssen das Risiko der Schimmelbildung mit einer Be- und Entlüftungsanlage minimieren.

Wie bei einem Gewächshaus wird die das Innenhaus umgebende Luft über transparente Flächen aus Plexiglas, auf das der Hersteller 30 Jahre Garantie gibt, von der Sonne erwärmt.  Foto: djd/Bio-Solar-Haus

Wie bei einem Gewächshaus wird die das Innenhaus umgebende Luft über transparente Flächen aus Plexiglas, auf das der Hersteller 30 Jahre Garantie gibt, von der Sonne erwärmt. Foto: djd/Bio-Solar-Haus

Kosteneffizienz
Dieses clevere Hausprinzip unterbietet die gesetzlichen Anforderungen zu den
klimaschädlichen CO2-Emissionen um bis zu 95 Prozent und verursacht um bis zu 90 Prozent weniger Gesamtkosten für Heizung und Warmwasser als andere Effizienzhäuser, je nach Bauausführung und Heizgewohnheiten. Beispielsweise schlagen für ein zweigeschossiges Einfamilienhaus mit 115 Quadratmetern Wohnfläche jährlich Brennstoffkosten von lediglich 150 Euro zu Buche (mehr Informationen: www.bio-solar-haus.de).

Nachhaltig bis ins Detail

Wichtige Bestandteile des nachhaltigen Bauprinzips sind Baustoffe mit guter Energiebilanz und im Dachstuhl integrierte Wärmekollektoren. Ab Außentemperaturen unter etwa zehn Grad Celsius unterstützt ein Holzofen die Erwärmung der Innenräume. Indem Bauprojekte mit örtlichen Unternehmen geplant und unter Beteiligung von Handwerkern sowie Dienstleistern vor Ort realisiert werden, wird jeder Bauherr auch seiner sozialen Verantwortung gerecht. Die Form des Bio-Solar-Hauses kann individuell nach den persönlichen Wünschen gestaltet werden.